Ein langer, langer Weg

Roman

  • Nachdruck. Erscheint laut Verlag im Mai 2020.
24,00 €
inkl. MwSt.
medienprofile-Rezension

Roman um einen jungen irischen Soldaten, der in Belgien das Grauen des Ersten Weltkriegs erleben und erleiden muss.
Der 19-jährige Ire Willie Dunne meldet sich 1914 als Freiwilliger zur britischen Armee und wird in den furchtbaren Kämpfen in Flandern eingesetzt. Schnell muss er lernen, dass ein gnadenloser Stellungskampf mit regelmäßigen Granatangriffen oder Giftgaseinsatz Abertausende Opfer auf allen Seiten fordert, ohne dass dadurch eine Entscheidung herbeigeführt würde. Seine Freundin Gretta, die ihm regelmäßig schreibt, ist Halt in dunkler Zeit, auch wenn er selbst nicht weiß, wie er ihr jemals beschreiben soll, was er durchmachen muss. Die ganze Sinnlosigkeit seines Kriegsdienstes wird daran sichtbar, dass die Briten 1916 in Dublin den "Osteraufstand" niederschlagen, obwohl sie den Iren für ihre Unterstützung im Krieg mehr Unabhängigkeit zugesichert hatten. Willie selbst wird den Krieg nicht überleben. - Barry schildert anhand eines Einzelschicksals eindringlich das Grauen und die Absurdität des Krieges: "Die Männer fielen in großer Zahl. Andere fanden Stellen, wo der Morast noch morastiger war und der Schlamm sie mit Stumpf und Stiel verschluckte. Niedrig fliegende Granaten schossen Männern die Köpfe weg, und eine Million Kugeln spürten das zappelnde Fleisch auf - Leisten, Oberkörper, Gesichter. ... Das furchtbarste Schicksal war den Verwundeten vorbehalten, die halb im Schlamm versanken und Kugel um Kugel empfingen, als wäre jedes menschliche Hoffen auf Erden untersagt." Der Roman stand 2005 auf der Shortlist für den Booker-Preis und bringt seine Leser auf Tuchfühlung mit Kälte und Schlamm, Hunger und Durst, Verzweiflung und Angst der Soldaten, die an vorderster Front eingesetzt wurden. Darin ist er dem 1929 erschienen "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque ebenbürtig. Als literarische Annährung an das Grauen des Ersten Weltkriegs sehr empfohlen. (Übers.: Hans-Christian Oeser)

Willie Dunne ist gerade neunzehn, als er in den Krieg zieht. Von Politik versteht er nicht viel, auch von der Welt und ihrem Krieg nicht. Um wie sein Vater in Dublin Polizist zu werden, ist er nicht groß genug, aber gegen die "Hunnen" kann die britische Armee jeden Mann gebrauchen, auch den kleingewachsenen Willie. Mit Tausenden anderer irischer Freiwilliger wird Schütze Dunne 1915 nach Flandern verschifft. Drei lange Jahre hungert, kämpft, friert und fürchtet sich Willie. Er flieht vor Giftgas, wartet auf Post von seiner geliebten Gretta, begräbt seine Freunde und seine Feinde. Für ihren Einsatz hatte Großbritannien den Iren die Selbstverwaltung versprochen. Doch während Irlands Söhne auf den Schlachtfeldern für die Krone sterben, schießen in Dublin britische Soldaten die Rebellen des Osteraufstands nieder.
Mit Willie Dunne, dem Soldaten mit der schönen Stimme und dem unschuldigen Herzen, hat Sebastian Barry eine unvergessliche Figur geschaffen. In einer bilderreichen Sprache, di
e dem Grauen ihre poetische Kraft entgegenstellt, erzählt er die berührende Geschichte eines jungen Mannes, der sich im Niemandsland des Krieges verloren geht.

Sebastian Barry, 1955 in Dublin geboren, schreibt Theaterstücke, Lyrik und Prosa. Bei Steidl erschienen bisher seine Romane Ein verborgenes Leben, ausgezeichnet mit dem Costa Book of the Year Award 2008, und Mein fernes, fremdes Land, ausgezeichnet mit dem Walter Scott Prize for Historical Fiction. Sebastian Barry lebt in Wicklow, Irland.
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