Das Feld

Roman

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Susanne  Steufmehl
Buchberatung
Sankt Michaelsbund
Was wäre, wenn Grabsteine reden könnten? Der österreichische Schauspieler Robert Seethaler wagt einen „Feldversuch“ und erzählt die Geschichte der fiktiven Kleinstadt Paulusstadt, indem er die Verstorbenen zu Wort kommen lässt. In seiner klaren, gelassenen Sprache lässt er aus den einzelnen Geschichten einen leisen, eindringlichen Roman entstehen.
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Rolf Pitsch M.A.
Geschäftsführer
Bonifatius GmbH, Paderborn

"Er war überzeugt davon, die Toten reden zu hören", heißt es im einleitenden Kapitel von einem alten, schlecht sehenden Mann, der sich mit seiner Sehschwäche zufrieden im Leben eingerichtet hat. Auf dem alten Paulstädter Friedhof, dem Feld, sitzt er täglich und hört zu. 29 Verstorbene geben nach dem Tod, aus dem Grab heraus, den Blick frei auf ihr Leben. Vom Einwortkapitel, über eine kurze Replik zu einem Erlebnis bis zu einem kurzen Abriss der Lebensereignisse, bietet Seethaler ungewohnte Zusammenfassungen. Manche Erzählungen beziehen sich aufeinander, weil die Personen miteinander verheiratet waren. Alle beziehen sich aufeinander, weil es sich um die Bewohner eines Dorfes, einer Kleinstadt handelt. Jede/r lebt für sich, erzählt ihre/seine Geschichte, hält fest, was nach dem Tod in Erinnerung bleiben soll? Ein denkwürdiges Buch, mehrfach zu lesen, um Bezüge entdecken zu können. - Robert Seethaler legt mit seiner ruhigen, eindrücklichen Sprache den (über-)lebenden Lesern eine Spur: Was könnte später erzählenswert sein? Ein Impuls in einer schnelllebigen Zeit, ein entschleunigendes Buch.
 

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

Seethaler, Robert
Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Romane "Der Trafikant" (2012) und "Ein ganzes Leben" (2014) wurden zu großen internationalen Publikumserfolgen. Robert Seethaler lebt in Wien und Berlin.

"Ein Buch, das einen enormen Sog ausübt, indem es Tote buchstäblich lebendig macht." Denis Scheck, Tagesspiegel, 09.07.18

"Seethaler achtet darauf, Erwartungen nicht zu simpel zu bedienen ... Seethalers Humor ist nüchtern wie sein Sinn für das Drama." Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 27.06.18

"Das alles ist so wunderbar arrangiert, ... dass man mit dem Lesen eigentlich gar nicht mehr aufhören möchte, dass man traurig ist, zum Schluss zu kommen ... Das was er beherrscht wie wenig andere Autoren in der deutschen Literaturgeschichte, ist, allen seinen Figuren eine ganz tiefe Würde zu verschaffen." Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2018

"Robert Seethaler ist ein Meister des unheroischen Erzählens. In ihren besten Momenten erinnert Robert Seethalers Erzählung von der sanften Schönheit des Scheiterns an den Literaturheiligen Robert Walser." Iris Radisch, DIE ZEIT, 07.06.2018

"Wenn ein Autor 29 Tote ihr Kleinstadt-Leben erzählen lässt; wenn es ihm g
elingt, den Leser noch mit der banalsten Episode zu berühren, ohne aus der Jenseits-Nummer Kitsch werden zu lassen; wenn er die Biografien Stück für Stück zusammenwachsen lässt und einen Roman daraus macht - dann muss das ein großer Erzähler sein. Seethaler eben." Stephan Hebel, Frankfurter Rundschau, 22.06.18

"Robert Seethaler ist der große Zimmermann der deutschsprachigen Literatur." Philipp Haibach, Die Welt, 03.06.18

"Dieser leise Autor kann Stille und das Ende beschreiben, wie niemand sonst ... Seethaler ist ein Meister der unsentimentalen Einfachheit, des Augenblicks, des Ephemeren, alles schwebt, alles ist leicht, auch das Schwere, und alles geht zu Ende, irgendwann, irgendwie, und dazwischen leben wir unsere Leben." Elke Heidenreich, Focus, 02.06.18

"Formvollendet. Mit seiner schnörkellosen, poetischen Sprache schafft Seethaler es, jedem Lebensentwurf seine Berechtigung zu geben. Verlust, Liebe, Hoffnung und Einsamkeit - die Emotionen der Menschen so unpathetisch präzis
e zu beschreiben ist große Kunst, die Seethaler mit seinem genauen Blick meisterhaft beherrscht." ZDF Aspekte, 01.06.18
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